Bol heute

Bol, früher ein Ort der Fischer, Seeleute und Winzer ist heute das Zentrum des Tourismus, offen und zugänglich. Die beliebte Bracer Siedlung verfügt über modernste Hotels sowie über sehr gute und gepflegte Unterkünfte in Privathäusern, Appartements und über Campingplätze.

Für die sportliche Betätigung bietet eine Vielzahl von Institutionen verschiedenste Aktivitäten an, darunter eine Surfschule, eine Segel- schule, eine Tauchschule, ein Tenniszentrum, diverse Sportspielplätze und ein Fitnesszentrum. Bol ist ein beliebter Landeplatz für Ausflugsschiffe, im Hafen stehen auch einige Anliegestellen für Segel schiffe zur Verfügung.

Die Geschichte von Bol


Brac war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wahrscheinlich noch im Mesolithikum, sicher aber im Neolithikum, d.h. am Ende des 3. Jahrtausends v. Christus.

Die Hauptbeschäftigung der damaligen indoeuropäischen Bevölkerung war Viehzucht. Auch die am Ende des 2. Jahrtausends vor Chr.  auf die Insel gekommenen Illyrer pflegten primär die Viehzucht. Die darauffolgenden Römer legten keine Siedlungen an, sondern hinterließen Einzelgehöfte, sogenannte villae rusticae. Am Ende des 8. Jh. n. Chr. kamen aus dem Gebiet des Neretvaflusses am Festland die Kroaten, die mit den alteingesessenen Inselbewohnern einen eigenen Lebensstil entwickelten. Nach einer einiger Zeit unter fränkischer Herrschaft eroberten am Beginn des 11. Jh. n. Chr.  die Venezianer die Insel. Unter Petar Kresimir IV. gehörte die Insel dem kroatischen Staat, im 12. Jh. stand Brac unter byzantinischer Herrschaft, wurde aber de facto von Venedig regiert. Nach Jahren wechselnder Herrschaft schenkte der kroatisch-ungarische König Andrija II. die Insel den Fürsten von Frankopan.



Wenig später wurde die Insel von Seeräubern aus Omis erobert, worauf die Inselbewohner die venezianische Regierung um Schutz baten. So kam Brac vom 1.4.1278 bis 1358 erneut unter venezianische Hoheit. Im Anschluss daran wechselte die Herrschaft über die Insel oft, bis schließlich im Jahr 1403 die Regierung der Republik Dubrovnik die Macht an sich riss. Das Jahr 1420 brachte schließlich die erneute Herrschaft der Venezianer über die Insel und zwar bis zum Ende der Republik Venedig im Jahr 1797. Wiewohl die Inselbewohner formal ihre Rechte behielten, setzte Venedig letztlich brutal sein eigenes Recht durch, verarmte venezianische Adelige beuteten die Insel aus, um wieder zu Reichtum zu kommen.

Kaum hatten die Bewohner von Brac etwas Freiheit genossen, eroberte Österreich die Insel. Mit dem Abkommen von Bratislava kam die Insel 1805 unter französische Herrschaft: wirtschaftliche

Ein langer Kampf um die kroatische Sprache sowie um die Vereinigung mit dem Rest Kroatiens stand den Inselbewohnern bevor, bis schließlich im Jahr 1883 die Volkspartei die politische Führung in der Gemeinde Bol für sich gewann. Die zweite Hälfte des 19. Jh. war die Zeit der nationalen Aufklärung, so wurde z. B. die kroatische Lesebibliothek eröffnet. Seit dem 1.12.1918 wurde Bol Teil des neuen Staates (SHS), der später zu „Jugoslawien“ umbenannt wurde. Auch dies bedeutete noch nicht die Erfüllung der nationalen Träume.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Bol Teil der SR Kroatien, einer föderativen Republik innerhalb der SFR Jugoslawien. So blieb es schließlich bis zur Proklamierung der unabhängigen und selbständigen Republik Kroatien.

Kultura

KULTURSOMMER IN BOL. Bol bietet seinen Gästen im Sommer verschiedene Kulturprogramme, in deren Rahmen auch die bekanntesten Sänger und Musiker auftreten. Bekannt ist auch die lokale Theatergruppe durch die Aufführung von regionalen Tänzen und Liedern.

FOLKLOREGRUPPE "KREJONCA" Gegründet am 4. August 1999 in Bol bemüht sich diese Gruppe, das kulturelle Erbe der Väter zu bewahren.

KULTURDENKMÄLER. Bol und Umgebung verfügen über zahlreiche Kulturdenkmäler, die über die lange und bewegte Geschichte Bols berichten.

DIE BILDERGALERIE "BRANISLAV DESKOVIC". liegt im Hafen von Bol in einem Palais aus der Spätrenaissance. Diese Galerie,  die über mehr als 300 Bilder und Skulpturen verfügt, ist eine der wertvollsten Galerien für moderne kroatische Kunst.

PUSTINJA BLACA. Einst eine berühmte glagolitische Einsiedelei ist Blaca heute der schönste Ausflugsort im Hügelland der Insel.



DIE DRACHENHÖHLE ist mit ihren Reliefs ein einmaliges Denkmal klösterlichen Lebens der glagolitischen Priester im 15. Jh.

DOMINIKANERKLOSTER. Das Museum des Dominikanerklosters enthält eine kleine Sammlung von Höhlenfunden, eine große Münzensammlung, eine Ausstellung von Funden der Unterwasserarchäologie und eine reichhaltiges Archiv.

Wirtschaft


In den ersten Jahrhunderten seit der Ankunft der Kroaten auf der Insel im 7. Jh. änderte sich bis ins 15. Jh. wenig an den wirtschaftlichen Strukturen. Erst nach der Übersiedlung aus dem Inselinneren an die Küste kamen zu Landwirtschaft und Viezucht Handel und Fischfang hinzu. In der 2. Hälfte des 20. Jh. begann sich schließlich die Tourismuswirtschaft zu entwickeln und die traditionellen Wirtschaftsformen in den Hintergrund zu drängen.


Weinbau.
Zu einer Zeit, als die Reblaus am Anfang des 19. Jh. im Westen die Weinkulturen vernichtete, erlebte der Weinbau auf Brac eine Blüte, was u.a. zur Verdrängung des Olivenanbaus führte. Ein Handelsvertrag zwischen Österreich und Italien vom 6.12.1891 war jedoch nachteilig für die Bracer Winzer, zudem kam 1894 die Reblaus auf die Insel. Der Weinbau brach zusammen, viele Inselbewohner wanderten aus.

Olivenbau.
Da der Weinbau die Olivenkulturen verdrängt hatte, war der Olivenanbau von geringer Bedeutung. Erst in den letzten 20 Jahren werden wieder verstärkt Oliven angebaut.

Fischfang.
Früher stand Bol im Fischfang hinter Milna an zweiter Stelle, ein Drittel der Bewohner lebte davon. Vor dem 2. Weltkrieg gingen 13 Fischermannschaften während des Sommers auf Fang nach den blauen Fischen, von denen man über 200 Tonnen fing. Die Fischer von Bol trugen entscheidend zur technischen Weiterentwicklung des Fischfangs in Europa bei. Der moderne Thunfischfang  an der Adria und in Europa begann im Jahre 1929 mit dem modernst ausgerüsteten Schiff „Napredak“, dessen Inhaber Antun Villicic, Antun Pesutic und Vicko Breskovic alle aus Bol waren. Heute kann niemand mehr in Bol vom Fischfang leben.

Seewesen.
Die goldene Zeit des Seewesens in Bol war die 2. Hälfte des 18. Jh., als die Stadt hinter Boka und Losinj an dritter Stelle im gesamten Adriaraum lag. Um das Jahr 1800 hatte Bol 15 Schiffe und eine eigene Werft und war somit auf der Insel führend. Bemerkenswert ist, dass Split zu dieser Zeit überhaupt keine vergleichbaren Schiffe hatte.

Sport

Der Tennissport hat in Bol einen hohen Stellenwert. Das Tenniszentrum "Potočine" verfügt heute über mehr als 20 Tennisplätze, umgeben von Pinienwäldern.
Im Tennisstadion von Bol wurden bereits international renommierte Turniere und Bewerbe (z. B. Fed Cup) durchgeführt. Egal ob als aktive Sportler oder als Zuschauer bei Profiturnieren.

Bol hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem Mekka der Windsurfer entwickelt: Surfer aus der ganzen Welt geben sich im Meereskanal zwischen Brač und Hvar ein Stelldichein, da der kontinuierliche Wind geradezu ideale Verhältnisse schafft.

In vier Surfzentren bietet Bol Kurse für Surfer aller Niveaus vom Anfänger bis zum Profi an.
Die komplette Surfausrüstung kann hier gemietet werden. Jedes Jahr werden auch diverse Wettkämpfe abgehalten.

Neben dem Windsurfing können in Bol alle anderen Wassersportarten betrieben werden: Schwimmen, Kajak, Tretboot, Wasserski, Banana, Jetski, Tauchen. Es werden ständig Taucherkurse organisiert Tauchführer bringen Sie auf Wunsch zu den schönsten Stellen der Boler Unterwasserwelt.